Geschichte

Am 16. Januar 1950 wurde die Guggemuusig Schränz-Gritte durch Personen der Chropf-Clique und der Feldmusik Basel gegründet. Der Name Schränz-Gritte entstand damals aufgrund dessen, dass man beschlossen hatte in Frauenkleidern in Basel Fasnacht zu machen. Bereits ein Jahr nach der Gründung der Schränz-Gritte tat sich erneut einiges in der Guggenszene von Basel. Einige Guggemuusigen fanden es an der Zeit, sich zu organisieren und gründeten die Interessengemeinschaft fasnächtlicher Guggemuusigen oder kurz Gugge IG genannt. Da die Schränz-Gritte von der Idee und Absicht der Gugge IG begeistert war, traten sie im Jahre 1956 ebenfalls in diese Vereinigung ein und sind ihr bis zum heutigen Tag treu geblieben. Zur Zeit der Gründung der Schränz-Gritte hatte man übrigens auch Frauen in seinen Reihen, bis man an der Generalversammlung vom 18. März 1961 beschlossen hatte, dies zu ändern und von diesem Zeitpunkt an eine reine Männergesellschaft zu sein und zu bleiben. Der Autor dieses Artikels nimmt an, dass sich dies so schnell nicht wieder ändern wird.

Im Jahre 1958 übernahm der damalige Schränz-Gritte Präsident Carl Stortz auch das Präsidium der Gugge IG und machte das Unmögliche möglich. Man bedenke, dass lange Zeit ein regelrechter Grabenkrieg zwischen den Guggemuusigen und den Tambouren- und Pfeiffer-Cliquen herrschte und es zum Beispiel den Guggen verwehrt war, an einem der drei Bummelsonntage die Freie-Strasse herunter zu marschieren. Es war auch die Regel, dass Guggen am Morgestraich teilnahmen, was für das Verhältnis zwischen diesen Fasnachtseinheiten nicht gerade dienlich war. Doch Carl Stortz wagte den Schritt und ging auf die Cliquen zu und erreichte am 2.10.1961 die Regelung, dass keine Guggen mehr am Morgestraich spielten und als Gegenleistung die Cliquen die Innerstadt am Dienstagabend den Guggemuusigen für ihre Parademärsche und Konzerte überliessen. Diese Abmachung wurde dann vor der Fasnacht 1962 vom Comité als offiziell erklärt und hat seit dieser Zeit seine Gültigkeit nicht verloren. Allgemein hat sich das Fasnachtsumfeld und die Toleranz gegenüber den Guggemuusigen in dieser Zeit durch den unermüdlichen Einsatz von Carl Stortz sehr verbessert. Weitere Dinge, die unser Ehrenpräsident erreichet hat seien hier noch erwähnt:

  • Bewilligung, dass Guggemuusigen auch am Bummelsonntag die Freie-Strasse spielend herunter laufen dürfen
  • Silberplaketten auch für die Guggemuusigen, die bis dahin ein Privileg für die Cliquen waren
  • Carl Stortz war 18 Jahre Präsident der Gugge-IG und somit der mit Abstand längste Inhaber dieses Amtes

Aber nun war es für unsere „Gritte-Buebe“ an der Zeit ein Vereinslokal zu suchen und siehe da, man wurde fündig. Im Jahre 1974 liess man im eigenen „Gugge-Käller“ die Korken knallen und das tut man übrigens heute noch am selben Ort. Das 3. UG des damaligen Rest. Golden-Gate am Steinengraben 42 galt als geeignete Lokalität, die man mit viel Liebe zur Fasnacht umbaute und dann schliesslich einweihte. Im Jahre 1974 ereignete sich dann ein Vorfall, der die Vereinsgeschichte noch erheblich prägen sollte. Anlässlich des Finalspieles zwischen Deutschland und Holland an der Fussball-WM in Deutschland, war die ganze Gritteschar auf der Seite der Oranje und man beschloss sogleich, dass das Vereinssignet neu in Zukunft in diesen Farben erstrahlen soll. Doch die Auswirkungen auf diesen farblichen Sinneswandel sollten erst richtig Anfang der Neunziger Jahre zum Ausdruck kommen, aber mehr dazu ein paar Zeilen später. Nun aber kommen die dunklen Jahre unserer Vereinsgeschichte, denn kein top ohne down. 1978 war man bereits so tief in einer Krise, dass man an der Fasnacht 1978 und 1979 auf eine Teilnahme als Guggemuusig am Cortège verzichtete, weil man schlicht zu wenig Mitglieder hatte.

Zum dreissig Jahre Jubiläum brachte man es dann knapp fertig und konnte 20 Personen aufweisen, doch nicht alle sollten bleiben. 1981 und 1982 war man erneut gezwungen Massnahmen wegen des geringen Bestandes zu treffen und man beschloss mit der Guggemuusig Pumpperniggel die Fasnacht zu absolvieren. Doch die Talsohle war überwunden und die Mitgliederzahl erholte sich nach diesen mageren Jahre stetig. So, nun kommen die bereits erwähnten Auswirkungen auf die Entscheidung von 1974. An der Jubelfasnacht 1990 präsentierte sich die Schränz-Gritte der Baslerfasnachtswelt erstmals in ihrem neuen Stammkostüm, einer orangen-schwarzen alten Tante. Dieses Stammkostüm, die Farben und die Reaktion des Publikums bewog dann eine Vereinsversammlung anno 1994 zu bestimmen, sich in Zukunft, nur noch in den Vereinsfarben orange-schwarz zu präsentieren. Man erreichte mit dieser Beharrlichkeit und Ausdauer nur noch diese Farben an einer Fasnacht zu tragen eine unglaubliches Resultat. Egal, wo man sich in Basel zeigt, sobald die Farbenkombination orange-schwarz auftaucht, bringt man es mit dem Namen Schränz-Gritte in Verbindung. Als dann im 2000 das 50zig jährige Bestehen gefeiert wurde, war der bis dahin absolute Höhepunkt der Vereinsgeschichte erreicht.

An einer Vernissage wurde die bewegte Vereinsgeschichte in einem 348 Seiten umfassenden Buch der Öffentlichkeit vorgestellt, und man lud aufgrund des Jubiläums zu einem Fest der Superlative ein. Unter dem Motto „Mer blyybe uff Draab“ organisierte man selber ein Fest an dem über dreissig Vereine aktiv teilnahmen. In 25 Festzelten wurde gefeiert und tausende Besucher feierten mit. Auch die Jubelfasnacht war schon fast unübertrefflich. Nachdem man den Cortège in orange-schwarz absolvierte, stahl man sich abends ganz verschwiegen in ein weniger besuchtes Quartier in Basel und wechselte das Kostüm. Man zeigte sich als weisse Geister und wirklich niemand wusste, wer das ist, denn auch die Instrumente waren nicht mehr angeschrieben oder identifizierbar.Im Jahre 2008 war es den für die Schränz-Gritte wieder an der Zeit, ein weiteres High-Light zu setzten. Aufgrund des Sammelfiebers von Fussballbilder, welche im Zusammenhang mit der Euro 08 herausgegeben wurden, sah man Handlungsbedarf gegeben.
Ein eigenes Panini-Sammelalbum wurde auf die Fasnacht 2008 lanciert, welches innerhalb 48 Stunden komplett vergriffen war. Der Sammelwahn erfasste die Fasnachtsszene und Medien nationaler und internationaler Herkunft lobten diese tolle Aktion des Vereins. 143 Bilder konnten gesammelt, getauscht und in das Album geklebt werden.

Heute ist die Schränz-Gritte eine der grössten Guggenmuusigen der Schweiz, welche unbestritten die Fasnacht in Basel mitgeprägt hat und wird mit seinen inzwischen fast 80 Mitgliedern weiter bestrebt sein die Traditionen und den Fasnachtsgeist von Basel zu hegen und zu pflegen.

Mit dem 60-Jahre Geburtstag hat die Schränz-Gritte als erster Fasnachtsverein eine eigene iPhone Applikation entwickelt, welche der Öffentlichkeit laufend aktualisierte Daten des Vereins zur Verfügung stellt.